Über meine Reise mit dem Zug nach Katowice

Exposition I

Ich sitze im Railjet und ich bin mir nicht sicher was mich in den kommenden Tagen in Kattowitz erwartet. Als ich mich durch die Medienlandschaft gewühlt habe bekam ich schon ein mulmiges Gefühl, nach den Aussagen von Russland, Brasilien und Saudi Arabien wie „ambitioniert“ sie unsere Zukunft mit ihrer kurzfristigen Politik gestalten wollen.

Der Spiegel Nr. 49 hat mit dem Cover Titel: „Was der Erde droht und was wir tun können. Der Plan gegen die Klimakatastrophe” gute Stimmung gemacht. Ich persönlich bin darüber froh, dass dieses Thema angesprochen und diskutiert wird. Die Fragen “Wie wird  dies gemacht? Droht der Erde Etwas? Oder dreht sie sich einfach nur weiter und uns Menschen droht Etwas? Sollte es ein Plan gegen oder mit der Klimakatastrophe sein? Wenn man den IPCC Special Report 1,5 C°  liest,  merkt man, dass man die Klimaerwärmung endlich akzeptieren muss und die Folge die er/sie/es mit sich bringt. Man kann  im Besonderen in der Politik und  und den Großkonzernen diese wissenschaftlich belegten Ereignisse  zu verleugnen versuchen und Ausreden erfinden oder „Greenwashen“, aber dafür ist es definitiv schon viel zu spät.

Ein Gespräch mit einem Arzt, dem Vater eines Sohnes der an einer Eliteuniversität in den Staaten  studiert, ein Bürger, der sich um unsere Zukunft auch Gedanken macht, tätigt folgende Aussage: “Ich war selbst lange Jahre in der Politik, wir haben aber  versäumt etwas zu unternehmen, nun  es ist es höchste Eisenbahn, wir müssen etwas tun! Für die kommenden Generationen wird es nicht angenehm!  Aus dem längeren Gespräch werden zwei Sachen klar. Bringt es etwas, zehntausende Leute in „provisorischen Zeltdörfern” zu treffen und  zu versuchen „die Welt zu retten“? Dieses komplexe Problem ist nicht innerhalb von 14 Tagen und nicht in ein ein paar Jahren lösbar, aber der Lösungsprozess hätte schon längst beginnen sollen, nicht nur auf politischer Ebene sondern mit allen Akteuren die dafür verantwortlich sind.

Ein weiterer Punkt war auch, dass, wenn man darüber Stunden diskutiert , es immer wieder darauf zurückkommt, dass die erste Lösung, langfristig mit der Bildung in den Kinderschuhen beginnt.

So wie es einst Edward F.L. Wood gesagt hat: „Bildung ist das, was übrig bleibt wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.“

Wenn man auf die letzten Dekaden zurückblickt, kann man das metaphorisch so darstellen: “Global gesehen hat man so wie bei der Weinproduktion versucht aus den Weintrauben das Maximum “auszupressen” anstatt zu überlegen ab welchem Grad Bitterstoffe entstehen. Statt zu Forschen wie man die vorhandenen Güter konserviert und erhält, hat man versucht immer mehr und mehr zu produzieren.

Bevor ich meinen Zug Richtung Katowice besteige und dem ersten mega Event im Bereich Umwelt begebe folgender kurzer Dialog mit einem Schaffner 

Schaffner: Wohin geht’s denn,  junger Mann?

Ich: Auf die Klimakonferenz nach Polen

Er: Glaubst du das bringt was?

Ich: Warum?

Er: „Solange die Großen nicht anfangen wirklich etwas zu tun, hilft es nicht viel !

Ich: Deshalb wird es Zeit, dass wir als Bürger jetzt etwas machen, bevor es endgültig zu spät ist.“